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Was nützt mir Intuition?


Autor:

Datum: Dienstag September 24, 2013

Kategorie: Beiträge

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Für die meisten ist Intuition eine Art „Zufallsprodukt“, ein „glücklicher Wink“, eine „seltsame Ahnung“ – in jedem Fall etwas, was sich nicht berechnen oder planen lässt.

Und genau damit wird es wieder ad acta gelegt – dieses merkwürdige „Bauchgefühl“.

Etwas, was sich unserer Logik entzieht, findet heute kaum Beachtung. Ob es Teil von uns ist, ob es uns nützlich oder hilfreich sein könnte und wie sich diese „Veranlagung“ kultivieren ließe – das fragen wir uns einfach nicht. Es bleibt etwas Rätselhaftes und damit vor allem für unser Funktionieren in der Berufswelt inakzeptabel.

Mal anders herum betrachtet:
Wie sähe Ihr Leben ohne dieses „Bauchgefühl“ aus?

Das gute Gefühl

Ein Leben ohne Zähne ist leichter ausgemalt, als ein Leben ohne Intuition – und dennoch:
Wenn Sie sich die vielen Begebenheiten wieder vor Augen halten, in denen Sie durch ein „inneres Stimmchen“ auf etwas hingewiesen wurden, was in Ihrem rationalen Vorgehen nicht einbezogen war, und auf das Sie dennoch hörten – dann wissen Sie sehr genau, dass Intuition bedeutsam ist.
Bedeutsam für die Wahl, die wir treffen. Jede Entscheidung basiert auf einer Haltung: rationalen Erwägungen, persönlichen Erfahrungen und – einem Gefühl.
Vor allem bei Kauf- oder Verkaufsentscheidungen spielt das „gute Gefühl“ eine wesentliche Rolle. Aber auch bei der Beschäftigung von neuen Mitarbeitern oder einer internen Umstrukturierung, vor allem aber bei der Entwicklungsstrategie einer Unternehmung möchten alle Beteiligten ein „gutes Gefühl“ haben. Das gelingt freilich nicht immer, denn „gute Gefühle“ sind sehr subjektiv. Intuition übersteigt dieses subjektive Empfinden von „gut“ oder „schlecht“. Während der Instinkt etwas von einem „Frühwarnsystem“ hat, welches sich vor allem auf sehr konkrete Gegebenheiten bezieht, entsteht Intuition gewissermaßen aus einer vorübergehenden „Planlosigkeit“ – einer Gedankenlücke, die Platz schaffst, das WAHR.zunehmen, was zu uns sprechen möchte.

Ich rufe an dieser Stelle sehr gerne in Erinnerung, dass unser ganzes menschliches „Betriebssystem“ aus dieser unserem Verstand unzugänglichen Quelle gespeist wird.
Bis heute erforschen wir das „Projekt Mensch“ wissenschaftlich und können uns nur lückenhaft „erklären“. Funktionieren tut unser Betriebssystem aber trotzdem.
Seltsam.
In jeder unserer Zellen steckt dieses „höhere Wissen“, welches uns existieren lässt und welches unsere „Sünden“ im Umgang mit uns selbst auf erstaunliche Weise auszugleichen versucht.

Woher kommt dieses Wissen, welches uns ein Leben und Wirken hier ermöglicht?

Wir hinterfragen es nicht, solange „es“ funktioniert.

Intuition kommt dann ins Spiel, wenn es um die Umsetzung geht. Wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, oder wenn ein Plan nicht aufgeht und „neue Wege“ gefunden werden müssen, um wiederholt Entscheidungen treffen zu können. Das betrifft Alltäglichkeiten ebenso, wie gewichtige Themen der Berufswahl, in Konfliktsituationen – vor allem aber in Zeiten der Veränderung.

Veränderungen sind Plankiller. Sie lassen unsere Gedanken noch schneller rotieren, weil wir durch Emsigkeit erhoffen, der Veränderung bei- oder zuvor zu kommen.
Der Verschleiß an Energie ist immens.
Intuition hingegen ist höchst effizient. Sehr schnell, direkt und eindeutig.

Problem daran ist: unser eigenes Misstrauen der Intuition gegenüber:
Wie kann das sein, dass ich es weiß? Woher? Es ist ja „nur so ein Gefühl“…

Kultivierung von Intuition

Wir haben keine Übung und selten die Kompetenz mit dem kraftvollen „Werkzeug“ Intuition umzugehen. Wir haben uns seit „Ich denke, also bin ich.“ Hierin keineswegs weiterentwickelt. Wir machen uns weder unsere Gefühle, noch unsere Intuition, zunutze. Sie sind Begleitwerk unserer Existenz und doch lechzen wir nach Amüsement in allen Bereichen. Ersatzbefriedigungen für die abgeschobene eigene, innere Gefühlswelt.

Ja, Intuition kann kultiviert werden. Ich kenne das von Zuhause: meine Mutter kreierte oft aus den verschiedenen Essensreste, etwas völlig neues. Intuition kennen Künstler und Menschen, die sich kreativ betätigen. Es gibt keinen Plan für das, was geschaffen wird – das was entsteht, würfelt sich gefühlt wie „von selbst“ zusammen.
Es ist eine Frage von Mut, diese Momente des „nicht wissen, wie mache ich das jetzt?“ zuzulassen und zu lauschen, was kommt.
Keine Zeit?
Wie viel Zeit und Geld kosten die Experimente, die oft nur der verzweifelte Versuch sind, sich die Plan- oder Ideenlosigkeit einzugestehen?

Intuition fordert und fördert uns.
Sie ringt uns unsere Eigenständigkeit ab, zu unserem Wissen, unserer Einschätzung, zu unserer Entscheidung zu stehen. In der Überzeugung dessen, was für gut heißen, liegt auch der Zugang zu echter Freude. Einem sehr starken Gefühl. Wir berichten von Dingen, die uns erfreuen völlig anders, als von Dingen, die wir aus Pflicht oder gar mit Widerwillen heraus tun. Das, was da zwischen den Worten „schwingt“, entscheidet wesentlich beim Gegenüber, wie er unsere Worte aufnimmt. Seine Entscheidung hängt von seinen Gefühlen ab, die durch den Austausch geweckt werden.
Kooperationen sind heute immer noch für den Unternehmenserfolg wichtig – vielleicht sogar wichtiger denn je. Persönliche Empfindungen sind nicht immer das, was aus der Intuition zu uns spricht. Viele unbewusste Bewertungen tragen dazu bei, dass die Umsetzung von wertvollen intuitiven Hinweisen abgeblockt wird. Kultivierung unseres intuitiven Wissens bedeutet demnach, dass wir uns selbst „kultivieren“ müssen: Reflektion und ehrliche Selbsteinschätzung sind hier die Grundpfeiler.
Es stimmt schon: unsere Ressourcen werden knapp – einerseits. Anderseits gibt es viel, was wir nicht ausschöpfen, was zudem noch für die gesamte Entwicklung der Menschheit und den Fortbestand des Planeten von immenser Bedeutung wäre: Intuition ist auf Wachstum, Frieden und Miteinander ausgerichtet. Wen Sie nach Ihrer Intuition gehandelt haben, dann werden sie das sicherlich bestätigen können.

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