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Was ist Freiheit?


Autor:

Datum: Donnerstag September 05, 2013

Kategorie: Beiträge

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Wenn ich mich umschaue, dann erlebe ich nicht wenig Menschen, die sich in ihren Lebensumständen begrenzt oder gar gefangen fühlen. Sei es durch Strukturen in der Arbeit, wirtschaftliche Umstände oder den zwischenmenschlichen Umgang.
Bei allem was uns an Logik wichtig ist, kommt hier das GEFÜHL ins Spiel.

Vielleicht haben wir lange um die Position in dem Unternehmen gekämpft, vielleicht wollten wir unbedingt den Lebensstandard anheben, uns etwas Neues gönnen, und vielleicht waren wir froh wieder einen Partner an unserer Seite zu haben – für was wir uns entschieden haben, legt Zeugnis über unsere Prioritäten ab.

Darüber gibt es kein Urteil zu fällen. Man selbst beginnt erst dann die Situation zu beurteilen, wenn das gute Gefühl dabei verloren geht. Jeder Mensch hat seine individuelle Toleranz, Flexibilität oder Schmerzgrenze, bis er feststellt, dass seine Entscheidung nicht nur die angestrebten Freuden brachte, sondern auch seine Kehrseiten hat.

     Natur und Freiheit Freiheit und Sicherheit Stadtfreiheiten

Unsere Entscheidungen sollten einem Haus gleichen, welches bei Wind, Sonne, Regen und Kälte immer ein Zuhause für uns ist. Kein Haus beginnt sich zu verbiegen, zu schmelzen, aufzuweichen oder zu erfrieren, wenn die äußeren Umstände sich ändern.
Wir verlangen diese Beständigkeit aber von unserem Umfeld – anstatt zu allererst von uns selbst.

Wir fühlen uns frei, solange wir die Vielfalt der Möglichkeiten spüren, aus denen wir wählen können. Wir fühlen uns auch frei, eigenständig Entscheidungen zu fällen, von denen wir annehmen, dass sie uns weiterbringen, ein besseres Leben schenken oder mehr Erfüllung.

Wir beginnen uns unfrei zu fühlen, wenn wir mit der Wandelbarkeit von beruflichen, wirtschaftlichen oder persönlichen Gegebenheiten konfrontiert werden.
Die Macht liegt nun scheinbar außerhalb von uns, weil wir uns als abhängig von den Unvorhersehbarkeiten betrachten. Vielleicht versuchen wir gegen den Fluss des Veränderungen anzuschwimmen, und merken erst viel später, dass es nur Kraft, aber keinen Fortschritt gebracht hat – außer der Erkenntnis, dass es einen noch unfreier macht „gegen“ etwas zu sein.

Unfrei lässt uns unsere Angst vor Veränderungen werden, die wir nicht alleine initiiert haben oder denen wir im Vorfeld zugestimmt haben. Statt zu vertrauen, wünschen wir die Kontrolle, obgleich uns dies meist überfordert.

Jeder der den Zwang einer Veränderung erlebt hat, weiß, dass sie nicht nur schlecht war. Je größer die Perspektive auf die Zusammenhänge hierauf ist, desto einleuchtender ist die Erkenntnis daraus.
Und letztlich beklagen wir dann nur noch die Umstände, die dazu geführt haben, nicht aber die Erfahrungswerte, die wir daraus gezogen haben.
Doch der Zwang – das Empfinden von Unfreiheit – entsteht aus unserem Widerstand gegen die Veränderung, sie ist nicht „zwangsläufig“ ein Bestandteil derselben.

Das ist eine sehr weitreichende Erkenntnis. Denn sie besagt, dass wir aus der Veränderung mehr mitnehmen, wenn wir uns nicht dagegen wehren. Vermeintliche Rückschritte, Einschränkungen oder Verluste obliegen unserer Bewertung. Doch mit den voraus gegangenen Erfahrungen, dass wir „hinterher schlauer sind“, sollten wir uns selbst frei geben für eine Entwicklung dieser Erfahrung und damit für eine ungeahnte Wertschöpfung für unsere gesamte Persönlichkeit.

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