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Kompetenzgerangel


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Datum: Mittwoch November 06, 2013

Kategorie: Beiträge

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Jeder hat sie.
Jeder braucht sie.
Jeder benutzt sie.
Jeder will sie.

Gefühle. Emotionen. Empfindungen. Intuition. Ideen. Erfolge.

Die meisten gehen hierfür den Weg, der vernünftig erscheint, aussichtsreich, der von der Gesellschaft und Wirtschaft gefördert oder überhaupt wahrgenommen wird.
Das, was wir darstellen wollen, richtet sich nach dem, was verlangt wird, was gut ankommt, was Ruhm und Ansehen – und hoffentlich auch ein entsprechendes Bankkonto mit sich bringt.

Wer würde heute noch für Butter und Brot arbeiten?
Da zahlt der Staat für das Nichtstun mehr.

Wenn ich Unternehmen und Unternehmer, Mitarbeiter, Angestellte, Menschen mit ihren beruflichen Aufgaben betrachte, dann gibt es vor allem einen großen Unterschied in ihrem Tun:
Wer ist mit „Herzblut“ dabei und wer nicht.
Neben vielen Faktoren, die die Zufriedenheit beeinflussen, wie der Kollegenstab, die Arbeitszeiten, die Führungsqualitäten der Chefetage etc., bleibt es dennoch an jedem Einzelnen hängen, innerhalb eines Systems erfolgreich zu sein.
Doch was ist hier mit Erfolg gemeint?

Nicht das Durchpreschen durch Abteilungen oder das nach oben Boxen, welches Kollegen das Fürchten lehrt, nicht der Erfolg, der mit Unersättlichkeit und Gefühlskälte einhergeht.
Das ist der Preis, den Viele billigend in Kauf nehmen, weil es hierin immer Mitstreiter gibt. Die Abschottung von Gefühlen vermittelt den Eindruck von totaler (Selbst-)Kontrolle und ist in Wahrheit doch ihr völliges Gegenteil.

Wer keinen Bezug mehr zu sich und seinen Gefühlen hat, ist nicht nur für andere unberechenbar.
Die Abschottung hilft scheinbar auf dem Weg nach oben, weil sie hart gegenüber den Verletzungen macht, die Teil des persönlichen Umgangs mit beruflichen Zielen sind.
Doch in der Abschottung und Fokussierung auf rationale Argumente findet eine Abdrift in das Unbewusste statt, die, weil sie die Gesamtperson betreffen, auch auf die geschäftlichen Absichten wesentlichen Einfluss nehmen. Einmal im Unbewussten geparkt, agieren wir selbst mehr und mehr wie Roboter, die weder innovativ, noch integrativ denken und handeln. Wir werden zu Erfüllungsgeholfen unserer eigenen, unreflektierten Absichten und Neigungen.

Das dies in einer Zeit von „Vernetzung“ und dem Aufruf nach Kollegialität und Teamarbeit zu Konflikten führen muss, liegt auf der Hand.

Gefühle sind nicht die „Feinde“ unserer Vernunft. Versuchen Sie bitte mal einen Gedanken OHNE Gefühl wahrzunehmen. Vielleicht erleichtern Zahlen und Fakten die Unterdrückung von einer emotionalen Einbindung, aber gerade wenn es um Geld, um Investitionen, Einschätzungen des Marktes geht, Börsenkurse oder Sparmaßnahmen – gerade mein Themen rund ums Geld sind wir alle „hoch emotional“.
Sie haben bestimmt schon Menschen erlebt, die mit „Herzblut“ bei der Sache sind und denen scheinbar alles gelingt oder zuzufliegen scheint?
Wenn Sie es selbst sind, dann kennen Sie sich damit aus:
Sie strahlen Kraft, Freude und Überzeugung aus. Sie sind mitreißend gegenüber Kunden und offen für die Belange im Team. Nicht selten suchen Menschen bei Ihnen Rat, der über fachliche Fragen hinausgeht. Sie sind eine Säule in der Abteilung und für Ihre Kollegen. Ihr Erfolg liegt in Ihrer Freude beim Tun und der Anerkennung, die Sie daraus mitnehmen.
Menschen dieser Art freuen sich auf ihre Arbeit, weil es ihnen persönlich wichtig ist. Sie versuchen nicht durch ihre Arbeit Freude zu bekommen, sondern sie gehen bereits mit freudiger Einsatzbereitschaft dorthin.
Woher das kommt?
Von einer persönlichen Haltung zu sich selbst, zur Arbeit, zum Leben unter Einbeziehung der eigenen Empfindungen. Solche Menschen überlegen nicht, wie sie erfolgreich(er) sein können, sie fühlen sich mit ihrem Erfolg einfach nur wohl. Ihre Entwicklung fußt auf einem gesunden Wachstum innerer und äußerer Kompetenzen und ist damit nicht nur für sie selbst erfolgreich.

Selbstbewusst und, unternehmerisch betrachtet, wertvoll zu sein – das ist eine Frage der Kompetenz im Umgang mit unserer Wahrnehmung, die sowohl Rationales als auch Emotionales korrekt zu interpretieren und einzusetzen weiß.

So wie es Trainings gibt, die unser Gedächtnis oder unsere Kommunikation schulen und dies für unternehmerische Zwecke dienlich ist, so ist es von höchster Wichtigkeit, den Umgang mit den eigenen Gefühlen und denen des Umfelds zu schulen.

Integre Persönlichkeiten scheuen weder ihre Vernunfts-, noch ihre Gefühlswelt, und wissen beides von der hohen Kunst des intuitiven Wissens zu unterscheiden.
Was es damit auf sich hat?
Darüber schreibe ich demnächst.

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